12. Oberfränkische Marketing- und Kommunikationstag "Marketing to go"

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Bamberg/Oberfranken. Praxisbezug bietet der oberfränkische Marketing- und Kommunikationstag schon immer. Doch die zwölfte Auflage des vom Marketing-Club Oberfranken (MCO) ausgerichteten Branchentreffs, die am Donnerstag ab dem späten Nachmittag in den Räumen der IHK in Bamberg stattfand, setzte dabei ein – an sich ungewolltes – Ausrufezeichen. Keynote-Sprecher Professor Dr. Ralf E. Strauß, Düsseldorf, musste per Skype zugeschaltet werden, da sein Flug gestrichen worden war. Die Präsentation lief live, der Vortrag über Skype – ein gelungenes Beispiel dafür, wie sinnvoll neue Medien sein können. Und wie schnell und spontan Marketingtreibende oft Lösungen finden müssen.

Impulse setzen, Denkanstöße geben, funktionierende Beispiele präsentieren – das ist der Ansatz, den der MCO mit dem Oberfränkischen Marketing- und Kommunikationstag verfolgt. „Unser diesjähriges Motto ,Marketing to go‘ vermittelt sehr gut, was wir erreichen wollen“, sagte der Geschäftsführende Vorstand des MCO, Stephan Eckert, bei der Begrüßung. Denn alle Teilnehmer sollten für sich etwas mitnehmen. Entsprechend war das Branchentreff organisiert: Nach der Begrüßung durch Oberfrankens IHK-Präsident und MCO-Ehrenpräsident Heribert Trunk und der Keynote wurden drei zeitgleich stattfindende Impulsreferate angeboten, in zwei Runden. Auch bei der Auswahl der Workshops zeigte der MCO Sinn für Praxis: Die theoretischen Grundlagen rund um unternehmerisches Handeln in und mit Social Media deckten die Professoren Björn Ivens und Alexander Leischnig der Universität Bamberg mit ihrem Impulsreferat „Business Intelligence in Social Media“ ab. Einen Lösungsansatz für das gerade in Oberfranken wachsende Problem des Fachkräftemangels lieferte Karin Görl (Schaeffler Technologies GmbH & Co.KG) mit dem Workshop „Zielgruppenorientiertes Employer Branding“. Und Einblick in die Denkansätze und Wege eines großen Players der Wirtschaft, der BMW Group, gab Katrin Adami, Marketing Manager BMW i,  zum Thema Markenaufbau und Markenmanagement BMW i.

Professor Strauß, Hochschulprofessor in Hamburg und Präsident des Deutschen Marketingverbands, stellte in seiner Keynote die Faktoren vor, die im E-Business erfolgreiche Unternehmen vom Rest unterscheiden. Dabei zeigte sich, dass nicht nur ein gutes Konzept mit einer klaren Zielrichtung vor dem Start ins E-Business notwendig ist. Sondern ein alle Unternehmensbereiche einschließendes neues Denken. Fest verankerte Hierarchien und Entscheidungswege, Abgrenzungen von Unternehmensbereichen untereinander, zu Befehlsempfängern degradierte Mitarbeiter – diese Strukturen machen eine erfolgreiche digitale Strategie unmöglich.

Ein Konzern wie BMW – kann es bei global tätigen Unternehmen in dieser Größenordnung Freiheiten geben, um eine eigenständige digitale und auch analoge Strategie zu entwickeln? Es kann, das zeigte Katrin Adami eindrucksvoll auf: BMW begann bereits 2007 mit der Konzeption und Entwicklung von Elektro-Autos der Premiumklasse, dabei war eine kontinuierliche Markenkommunikationsbegleitung unerlässlich. BMW i legt beeindruckend vor, was man mit Mut,  Innovationsgeist  vor allem aber „mit kurzen Entscheidungswegen, ausreichendem Budget und Vertrauen“ - so Katrin Adami - erreichen kann.

BMW und BMWi sind in Social Media – und müssen es auch sein. Aber, so geben die beiden Bamberger Marketing-Professoren Björn Ivens und Alexander Leischnig in ihrem gemeinsamen Workshop „Business Intelligence in Social Media“ zu bedenken: „Nach wie vor gilt, dass nicht jedes Unternehmen Social Media-Kanäle aktiv bedienen muss, aber jedes Unternehmen sollte beobachten, was darin passiert.“ Die systematische Analyse von Social Media-Inhalten liefert Aufschluss darüber, was Wettbewerber in Social Media machen, was die eigenen Kunden oder die Kunden der Kunden denken und welche für die Branche oder das Unternehmen bedeutende Trends sich zeigen. „Zielgerichtete Marktforschung in sozialen Medien kann wichtige Informationen und interessante Einblicke für Unternehmen bieten.“

Die Auswahl der Medienkanäle steht beim Employer Branding und Personalmarketing an zweiter Stelle. Wichtig ist, zuerst die Arbeitgebermarke deutlich zu identifizieren. Das sagte Karin Görl, bei Schaeffler Technologies im Employer Branding tätig. „Sie müssen herausstellen, welche Werte ihr Unternehmen ausmacht, wodurch es sich von anderen Arbeitgebern absetzt und absetzen kann.“ Erst wenn diese Employer Value Proposition (EVP) gefunden ist, könne eine Personalmarketing-Strategie entwickelt werden. Dafür gelte es dann Zielgruppen zu definieren und auch deren Medienkanäle. „Wer seine Zielgruppen vor allem in Social Media findet, muss dort dann natürlich auch präsent sein.“

Datum: 08. Juli 2014