Netzwerke und Communities sind der Markt

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Netzwerke und Communities sind der Markt 
Wie Beziehungsgeflechte und deren Knotenpunkte das Marketing der Zukunft beeinflussen – MCO bei der eCommerce Factory und  Wirtschaftsinformatik der Uni Bamberg

Bamberg/Oberfranken. Es erinnert ein bisschen an die alte Geschichte vom Hasen und vom Igel: Immer wenn sich Business-Online-User einen Schritt näher am Ziel wähnen, ist die Community, sind die Nutzer, schon ein Stück weiter gezogen. Für Hermann Hanf, Vorstand der eCommerce Factory in Bamberg, eine logische Entwicklung. Denn: Das Internet, Online, scheint keine Grenzen zu kennen. Dennoch, betonte Hanf beim Club-Abend des Marketing-Clubs Oberfranken an der Fakultät für Angewandte Informatik der Uni Bamberg, muss sich niemand der Resignation hingeben. Gut gemachte Aktionen finden immer Anklang. Und: „Wenn Sie den einen Schritt nicht tun, tut ihn garantiert ein anderer.“

Im Marketing-Club Oberfranken sind beide Seiten vertreten: Agenturen, die Online-Aktivitäten für ihre Kunden organisieren. Und Unternehmen, die vor der Herausforderung des Internets und den damit einhergehenden Veränderungen stehen. Für beide Zielgruppen war das Thema des ersten Club-Abends des MCO in 2014 eine spannende Angelegenheit. So zitierte auch die Präsidentin des Clubs, Dr. Helga Metzel, „ein bisschen mit Photoshop hübsch machen – so wird Marketing in Zukunft nicht mehr funktionieren“. Genauso wie der stationäre Handel und das klassische Business nicht mehr den alten Regeln folgen.

Welche neuen Regeln es gibt, zeigte Hanf anhand der wichtigsten Treiber der Bewegung auf. Online steht vor allem für Suchen, für eine enorm gestiegene Transparenz, für globales Wirken mit  lokalen Auswirkungen, für Communities, für Mobile, Touch und für Big Data, also einer enormen Masse an Informationen. „Online verändert so ziemlich alles und vor allem das Nutzer-Verhalten; damit als logische Folge den Markt und die Strategien der Marktteilnehmer. „Sich online etwas aufzubauen ist daher der letzte Schritt, erst muss es eine (neue) Strategie geben.“

Wie rasant die Veränderungen im Markt passieren, verdeutlichen die Bilder, mit denen sie beschrieben werden. Da ist die Rede davon, dass der Online-Boom der „Tsunami des Handels“ ist oder „kriegsähnliche Zustände“ herrschen. „Dabei ist schon lange nicht mehr klar, was die großen Spieler im Online-Markt eigentlich genau sind“, warf der Vorstand der eCommerce Factory eine Frage auf. Wenn Zalando stationäre Läden eröffnet und dafür Axel Springer seine meisten Printmedien verkauft, sieht man, dass sich Strategien in rasantem Tempo verändern.

In diesem Wandel aber stecken nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. „Innenstädte etwa werden nicht veröden, sondern sich verändern. Tüten werden dort nicht mehr häufig vorkommen, dafür aber Trendshops mit hoher Aufenthaltsqualität und vielen schönen Dingen.“ Und auch im Online-Business selbst stecken Möglichkeiten. Eine der größten: Communities. „Communities sind viel mehr als die vermeintlich sozialen Netze wie Facebook oder Twitter. Sie sind Beziehungsgeflechte der unterschiedlichsten Art, sie sind der Markt.“ Man muss diese auch nicht aufbauen, sie sind immer da. Für Hanf ist daher eine funktionierende Zukunftsstrategie für das Online-Business, den möglichen Kunden und Interessenten elegante Möglichkeiten zur Vernetzung zu geben, attraktive Plattformen zu schaffen. „Damit ist zwar kein Geld verdient, aber es gibt eine goldene Regel des Online-Business: Das Geld kommt dann schon, irgendwo von der Seite.“

Um Plattformen zu schaffen und zielgerichtete Angebote zu entwickeln, braucht es aber das Wissen, wie diese Communities funktionieren. Wissen, das heute nur noch ausgeklügelte, mathematische Systeme zur Verfügung stellen können. Mit diesen Systemen beschäftigt sich Prof. Dr. Kai Fischbach, der an der Uni Bamberg den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Netzwerke innehat. Er erläuterte kurz, weshalb es so wichtig ist, die Big Data richtig auszuwerten. „Nur, wenn Sie wissen, wie das Netzwerk funktioniert, wo dessen wichtigste Knoten sitzen und wer dessen Beeinflusser sind, können Sie  richtig agieren.“

 

Bildtext:

Tauschten sich über die neuen Wege und Möglichkeiten des Online-Business aus (von links): Dietmar Riess, Stefan Eckert, Dr. Steffi Widera (alle MCO), Hermann Hanf (Vorstand eCommerce Factory), Dr. Helga Metzel, Bernd Müller (beide MCO), Prof. Dr. Kai Fischbach und Prof. Dr. Guido Wirtz (beide Uni Bamberg). Foto: MCO

Datum: 04. Februar 2014