Die neue Rolle des Designs . . .

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Ein Studium in Design, das mit Betriebswirtschaftslehre  gekoppelt ist – das ist nach Meinung des Designers die richtige Antwort auf die zunehmende Bedeutung des Designs als Marketinginstrument. „Wenn ich mich bei einem Unternehmen vorstelle, gehe ich dort nicht als Designer sondern als Unternehmensberater hin“, erklärte Stapelkamp den Besuchern seines Vortrags, der in der Industrie- und Handelskammer Bayreuth stattfand, sein Selbstverständnis. Denn Designer würden als Künstler missverstanden und hätten dadurch ein Vertrauensproblem. Dagegen müssten Designer heute häufig strategische Fragestellungen beantworten und seien zunehmend beratend tätig. Gutes Design kann viel: Design schaffe Ordnung und Orientierung, Design verbinde Form und Funktion, wäge zum Beispiel die technischen Möglichkeiten eines Produkts mit dem Nutzen für den Verbraucher ab. Was Design schafft, muss in die Lebenswirklichkeit der Kunden passen. „Wir sind Berater, deren Know-how so früh wie möglich in Prozesse eingebracht werden sollte.“ Aufträge, die strategisch bereits festgezurrt seien und die nur noch eine hübsche Verpackung bräuchten, nehme er daher grundsätzlich nicht an.
Das Problem an der neuen Rolle des Designs: Die Absolventen der meisten Designausbildungen seien auf diese Herausforderung nicht vorbereitet. Frisch gebackene Designer wüssten viel zu wenig vom Wert des Design und auch viel zu wenig über die betriebswirtschaftliche Komponente des Gestaltens. Das reiche von der Frage, welchen Stundensatz ein Designer nehmen solle, bis hin zur Kosten-Nutzen-Analyse. Daher würden Designer nicht ernst genommen, sondern Design als Deko oder Styling abgewertet.
Die Hochschule Hof will dies ändern und durch die Ansiedlung eines klassischen Mediendesigns-Studiengangs in der Wirtschaftsfakultät den Designern von morgen das Know-how eines Unternehmensberaters mitgeben, der die Produktgestaltung mitliefern kann.
Stapelkamp unterstrich seine Thesen für die neue Bewertung des Designs mit Zahlen. Die Kreativ-Wirtschaft sei in Deutschland bereits die drittgrößte Wirtschaftskraft, Tendenz weiter steigend. Design, so prognostizierte der Professor für Mediendesign, wird sich von einem Berufszweig zu einem Wirtschaftszweig wandeln. Und Design sei eindeutig ein Mittel zur wirtschaftlichen Einflussnahme und wesentlicher Faktor wirtschaftlichen Erfolgs. Zumindest wird es in Hof künftig so interpretiert. Stapelkamp selbstbewusst: „Wir wollen eine Vorreiterrolle in der neuen Design-Ausbildung einnehmen.“

Datum: 08. Oktober 2010