Wandern zwischen Kunst und Wirtschaft

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Das Markenzeichen des Theatersommers, ein aus der Comedia dell`arte entliehener Coviello, wird bunt, die Programmhefte sichtbar immer professioneller. „Zeichen einer zunehmenden Marketing-Kompetenz innerhalb des Theatersommers, die aber natürlich noch ausbaufähig ist“, sagte Burdinski, der durch die Neuordnung der Struktur des Vereins im Herbst 2009 wieder mehr Freiraum für die künstlerische Tätigkeit innerhalb der Landesbühne Oberfranken bekommen hat. Dennoch ist auch der Intendant ebenso wie der 1. Vorsitzende des Vereins viel mit Akquise beschäftigt. Sei es, um neue Spielorte zu gewinnen, um Schauspieler für das Ensemble zu verpflichten, um die Veranstaltungen zu promoten oder um Besucher für das wandernde Theater zu begeistern. Inzwischen spielt der Fränkische Theatersommer pro Saison rund 180 mal in ganz Oberfranken, wobei der Schwerpunkt der Aufführungen nach wie vor in den Gemeinden der Fränkischen Schweiz liegt. „Das liegt an unseren Wurzeln, die 1994 von Hollfeld aus zu wachsen begannen“, erläuterte Burdinski in seinem kurzweiligen Vortrag.
Der Etat des Fränkischen Theatersommers e. V.  besteht nur zu einem Drittel  aus Fördermitteln und Sponsoren-Geldern. „Die restlichen zwei Drittel unseres Etats müssen wir einspielen“, betonte Dr. Matthes. Dies sei ein enormer Anspruch, da die Bühne ja ausschließlich in den Sommermonaten spiele und daher maßgeblich vom Wetter abhängig sei. „Das geht nur mit einem hohen Maß an persönlichem und ehrenamtlichem Engagement aller Beteiligten. Und bescheidenen Akteuren.“ Dennoch müsse natürlich die Qualität des Programms und der einzelnen Aufführungen sehr hoch sein, um die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung zu halten und einen entsprechenden Kartenabsatz zu erreichen. „Unsere Aufgabe ist also herausfordernd.“
Burdinski skizzierte die Winkelzüge, die er als Intendant mit seinem Ensemble leisten muss, damit sich sowohl der künstlerische Anspruch mit professionellen Akteuren, als auch deren nachvollziehbares Bedürfnis nach einer wenigstens halbwegs den Lebensunterhalt finanzierender Gage vereinbaren ließen. Daher sei das Programm immer auch eine Mischung aus größeren Produktionen und Einzelauftritten, die wesentlich weniger Finanzbedarf hätten. Übrigens: Mindestens 80 Prozent der Produktionen stellt der Theatersommer Jahr für Jahr in Eigenregie auf die Beine.
Ein anspruchsvoller Auftrag, der jedoch sicht- und spürbar Spaß macht. Denn sowohl der 1. Vorsitzende des Vereins, als auch der Intendant sprühten bei ihren Referaten vor Mitgliedern des Marketings-Clubs Oberfranken förmlich vor Begeisterung. Burdinski: „Theater auf diesem Niveau den Menschen sprichwörtlich, also auch räumlich, näher zu bringen, ist eine wahnsinnig schöne, aufregende und befriedigende Sache.“

Datum: 21. Dezember 2010