Erlebnis und Nutzen müssen stimmen

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Netzwerk leben! Gemäß dem Jahresmotto des Marketing-Clubs Oberfranken setzte die Organisation für Marketing- und Kommunikationsexperten bei seiner jüngsten Veranstaltung auf das Miteinander mit der Hochschule Hof und dem IT-Cluster Oberfranken. Gemeinsam luden sie zu dem Vortrag „Kundenbindung durch User Experience Design“ von Diplom-Designer Michael Zöllner an die Hochschule Hof ein. Und erfuhren wie wichtig das Erlebnis des Users, des Kunden, für die Ausgestaltung guten und funktionierenden Designs ist.

User Exeperience wird in Gestaltungsprozessen immer wichtiger. Doch ist oft noch umstritten was UX-Design eigentlich bedeutet. Nach der neuen Norm ISO 9241-210 aus 2010 umfasst User Experience Design alle Effekte, die ein Produkt bereits vor der Nutzung (antizipierte Nutzung) als auch nach der Nutzung (Identifikation mit dem Produkt oder Distanzierung) auf den Nutzer hat. „User Experience Design bildet also eine Klammer um die eigenständigen Prozesse wie Interface Design, Usability oder tewa Interaction Design“, machte Zöllner deutlich.
Der Diplom-Designer hielt sich nicht mit Theorie auf, sondern veranschaulichte den IT-Studierenden, Design-Studenten und Mitgliedern des MC Oberfranken bzw. des IT-Clusters Oberfranken anhand praktischer Arbeiten, welche Faktoren ausschlaggebend dafür sind, ob ein Produkt oder eine Idee Erfolg hat oder nicht. Zur erst jüngst in Erlangen und Nürnberg stattfindenden Langen Nacht der Wissenschaft etwa hat Zöllner mit seinem Team des IGD für die DATEV eine interaktive Ausstellung realisiert, bei der die Besucher die wichtigsten Punkte der Unternehmensgeschichte mittels eines iPads und „lebendiger“ Plakate nacherleben konnten. Anderes Beispiel, andere Zielgruppe: Um auf einer Fachmesse die Vorgänge in einer Kunststoff verarbeitenden Maschine darzustellen, wurde der komplette Prozess einer Anlage in 3D simuliert. Mittels einer Multitouch-Anwendung konnte der User jeden Winkel des Prozesses sichtbar machen. „Der User, der hier ein Experte aus der Kunststoff verarbeitenden Industrie war und dank der Smartphones und der Tablet-Computer gewohnt ist, mit Touch-Anwendungen zu arbeiten, sollte mit dieser neuen Form der Darstellung überrascht werden.“ Gleichzeitig sollte die Simulation dem Kunden natürlich beim Verkauf seiner Anlage unterstützen, musste also absolut exakt und technisch korrekt sein.
Das dritte Beispiel des Diplom-Designers stammte aus dem Bereich des Physical Computings. Für einen Motor-Kettensägen-Hersteller sollte ein Konzept entwickelt werden, um das neueste Produkt auf einer Messe darzustellen. Da die Motor-Kettensägen nicht am Messestand ausprobiert werden dürfen, simulierte Zöllner mit seinem Team die Anwendung. „Der Messebesucher hatte die neue Motor-Kettensäge in der Hand und arbeitete mit ihr, wie es in der Realität auch wäre.“ Allerdings war der Motor durch Computeranwendungen ersetzt, statt eines echten Baumstamms „sägte“ der Interessent eine Plexiglaskolben durch. „Die Haptik war aber echt“, so Zöllner. Das Gewicht der Maschine, die Vibration, der Druck, der notwendig ist, um einen echten Baumstamm zu zersägen. „Das Erlebnis war also absolut echt.“ Und schließlich hat jeder Interessent noch einen Schnappschuss mitbekommen, der ihn bei dem Probesägen mit dem neuen Produkt zeigt.
Die Zusammenfassung des Diplom-Designers, der Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Interface und Information Design studierte, inzwischen am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung forscht und arbeitet und ein eigenes Unternehmen gegründet hat: „Gutes User Experience Design muss einfach funktionieren, Sinn machen, überraschend und innovativ sein und muss dem Produkt einen Mehrwert geben. Dann trägt es ganz erheblich zum Markenimage und zur Kundenbindung bei.

Datum: 02. November 2011