Mediengruppe Oberfranken setzt auf online

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OBERFRANKEN. Der Wandel in der Medienwelt ist radikal und er ist nicht umkehrbar. Das wurde jüngst beim Besuch des Marketing-Clubs Oberfranken bei der Mediengruppe Oberfranken (MGO) in Bamberg deutlich. Wandel, machten die Referenten des fränkischen Medienhauses klar, passiert nicht nur, er muss aktiv mitgestaltet werden, um weiter erfolgreich zu bleiben. 

Das Interesse am ersten Club-Abend 2013 war groß: Clubpräsidentin Helga Metzel begrüßte rund 50 Mitglieder des Netzwerkes Marketing-Club Oberfranken (MCO), die sich aus erster Hand über die Bemühungen eines mittelgroßen Medienhauses, in der veränderten Medienwelt bestehen zu können, informieren wollten. Sie wurden nicht enttäuscht. Geschäftsführer Walter Schweinsberg gab einen Überblick über die rasante Entwicklung der letzten 14 Jahre und räumte dabei auch Fehler ein: so habe man beispielsweise 2011 versucht, die Zeitung jünger zu machen und dabei ältere Leser – die größte Kundengruppe – verärgert, anstatt jüngere Kunden über digitale Angebote für die Zeitung zu gewinnen und sparte weder mit internen Zahlen noch an deutlichen Aussagen. "Dass es Zeitungshäuser, wie die Mediengruppe Oberfranken trotz der negativen Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts noch gibt, verdanken sie dem lange Jahre recht guten Ergebnispotenzial der Tageszeitungen und dem „Abspecken“ unwirtschaftlicher Strukturen, den die Häuser zuvor aufgrund ihrer besonderen Wettbewerbsbedingungen angesetzt hatten. Vor allem aber der Tatsache, dass die Mediengruppe Oberfranken als Unternehmen in der Medienbranche mit einem breiten Leistungsspektrum gut aufgestellt ist." Doch: Die aktuelle Situation im Zeitungsmarkt erfordere es, neue Erlösmodelle zu finden, die durchaus auch in weiteren Geschäftsfeldern liegen könnten. 
Ein aktuelles Zauberwort in der Medienbranche, auf das auch die MGO setzt: "Paid Content", bezahlter Inhalt in den Online-Angeboten. Geschäftsführer Schweinsberg stimmte mit seinem Chefredakteur Frank Förtsch und dessen Stellvertreter Falk Zimmermann überein: "Wir können und wollen es uns nicht mehr leisten, unsere Kernkompetenz, fundiert recherchierte Inhalte, im Internet kostenlos anzubieten. Jeder Abonnent zahlt auch dafür." Daher hat die MGO zum 1. Januar eine sogenannte Bezahlschranke im Internet eingeführt. Damit diese funktioniert und auch akzeptiert wird, steckt hinter der Schranke allerdings mehr als nur der reine Text, den es etwa in der Zeitung auch zu lesen gibt. "inFrankenPLUS, wie wir das bezahlte Online-Angebot nennen, hat auch zusätzliche Inhalte", erklärte Zimmermann. Und damit die Redaktionen dieses Mehr an Inhalten auch bewältigen können, wurde zuvor die Redaktionsstruktur angepasst. "Heute arbeiten wir crossmedial und vor allem medienneutral." Soll heißen: Erst geht es zunächst um den Inhalt, dann um das Medium, in dem dieser veröffentlicht wird. Vor allem die digitalen Geschäftsbereiche werden dabei intensiver bearbeitet und ausgeweitet. Nicht nur in Sachen Werbung, sondern im Zuge einer Differenzierungsstrategie, die weitere digitale Geschäftsbereiche erschließen soll. Für die Werbung im Netz ist Alexander Oberst zuständig, der Verkaufsleiter Online versucht mit seinem wachsenden Team bestehenden Kunden neue, interessante und digitale Werbeformen auf den Leib zu schneidern. "Der Werbeerfolg des Kunden steht im Vordergrund, Planungsgrundlage sind dessen Kommunikationsziele." Erst danach würden Ideen und Konzepte entwickelt oder eben auch, wenn es denn für den Kunden passe, klassische Werbeformen genutzt. 
Alles in allem Ansätze, die das Medienhaus, das der Leiter der Unternehmenskommunikation, Martin Wilbers, kurz in Zahlen umriss, durch den Wandel führen sollen. Schweinsberg: "Bislang sind wir positiv überrascht über die Reaktionen auf FrankenPlus und die neuen Angebote. Wir bleiben optimistisch."

Datum: 05. Februar 2013